„Was Heiße Zeiten macht, ist | wichtig und richtig!“

Interview mit Shary Reeves
Heisse Zeiten: Shary, was sind Deine Konsequenzen aus den müden Ergebnissen der Klimakonferenz in Kopenhagen?
Shary: Ich fand es sehr schade, dass die Politiker aus USA, Europa und China sich wieder einmal nicht einigen wollten und das auf Kosten der gesamten Menschheit. Meine Konsequenz lautet: Von Konferenzen verspreche ich mir nicht mehr viel, sondern fange bei mir selbst an. Ich mach die kleinen Dinge, wie beispielsweise das Licht in der Wohnung nicht zu lange brennen lassen und das Leitungswasser nicht unnötig verschwenden. Ich wohne in einer ökologischen Neubauwohnung, das Brauchwasser ist gesammeltes Zisternenwasser, ich hab Ökostrom und die Fußbodenheizung wird mit Erdwärme betrieben. Ich bin extra von der Eifel nach Köln zurück gezogen, da ich nicht mehr so viel Auto fahren wollte. Und ich habe mir eine Bahn-Card besorgt. Mein großes Auto verkaufe ich jetzt, weil es zu viel Sprit verbraucht. Da ich aber beruflich auf ein Auto angewiesen bin, werde ich mir ein neues zulegen, weiß allerdings noch nicht so genau, was für mich die beste Lösung sein wird. Ich bin eben sehr viel in Deutschland unterwegs, an ganz unterschiedlichen Orten, wo es teilweise gar keine oder nur schlechte Bahnanbindungen gibt.
Heisse Zeiten: Wir machen im Mai von der Kampagne aus eine Klimaknöllchen-Aktion gegen Spritfresser. Was hältst Du davon?
Shary: Das ist eine ganz wichtige Aktion. Man muss das Bewusstsein der Autofahrer verändern. Dass so viele Jugendliche dabei aktiv sind, finde ich toll und wichtig. In meiner Jugendgeneration haben sich noch wenige darüber Gedanken gemacht. Man meinte, man könne alles machen, gemäß der Denke: „Das Papier schmeiß ich einfach weg, es wird schon jemand anderes aufheben.“
Heisse Zeiten: Eine neue Jugendstudie sagt aus, dass Kinder und Jugendliche nicht bereit wären, wegen des Klimawandels ihren Lebensstandard in Frage zu stellen. Wir haben da ganz andere Eindrücke gesammelt. Du kommst bei der Arbeit als Moderatorin und in deiner Sendung mit vielen Jugendlichen und Kindern zusammen, was meinst Du? Welches Bewusstsein zum Klima herrscht vor im Land?
Shary: Viele Kinder und Jugendliche sind deutlich bewusster geworden, aber es muss noch mehr werden. Daher müssen Umweltfragen ein festes Thema in der Schule werden, fächerübergreifend. Es ist traurig, dass eine große Masse sich nicht bewegt, man muss aber auch versuchen, das zu verstehen. Natürlich ist es schwierig zu verzichten, wenn man es nicht anders gewöhnt ist. Die Kinder wachsen in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft auf. Aber es geht mittlerweile auch anders. Ein gutes Beispiel sind die Kinder meiner Schwester: Sie sind mit klarem Wasser groß geworden, ohne Coca-Cola und Energy-Drinks.
Heisse Zeiten: Welche Aktivitäten machen denn Sinn? Was sollten wir anders oder besser machen?
Shary: Was „Heiße Zeiten“ macht ist super, ganz wichtig und trifft auf ein großes Klientel. Aber die sind nicht die Mehrheit, wissen bereits viel und sind schon überzeugt. Die 70 Prozent, die auf den Luxus schielen, müssen erreicht werden! Das ist auch eine Frage des kommunikativen Transports. In unserer Sendung gehen wir auf eine spielerische Art mit dem Thema um. Wir verpacken das mundgerecht, quasi wie einen Hamburger mit einem Salatblatt und einer Tomatenscheibe dazwischen und die Kinder merken, dass sie damit etwas Gesundes gegessen haben. Das ist die bessere Art so etwas zu vermitteln, statt mit dem erhobenen Zeigefinger.
Heisse Zeiten: Isst Du denn Fleisch?
Shary: Ich esse seit 15 Jahren kein Fleisch mehr, nur ab und zu Fisch. Das mache ich aus Geschmacksgründen und seit ich auf der Autobahn diesen grässlichen Transporter mit den eingepferchten schreienden Schweinen gesehen habe. Da sagte ich mir: Nein Danke!
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